Der rumänische Logistikmarkt tritt nach dem Höhepunkt 2025 in eine Anpassungsphase ein: Nachfrage schwächt sich ab, Fundamentaldaten bleiben jedoch stabil
Nach einem von hoher Aktivität geprägten Jahr 2025 startete der Markt für Logistik- und Industrieimmobilien in Rumänien mit einer sichtbaren Abschwächung der Nachfrage ins Jahr 2026.
Daten der Colliers, basierend auf Eurostat sowie der Analyse öffentlicher Transaktionen, zeigen einen Rückgang der Leasingnachfrage um 56 % im ersten Quartal auf rund 80.000 m².
Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund eines deutlichen Rückgangs des Geschäftsklimas im Logistiksektor. Rumänien verzeichnet dabei einen der stärksten Rückgänge in der Europäischen Union im Vergleich zum historischen Durchschnitt, übertroffen nur von Slowakei, Deutschland, Belgien und Ungarn. Dennoch betont Colliers, dass Rumänien weiterhin im europäischen Mittelfeld liegt und der Industriesektor eine relative Widerstandsfähigkeit zeigt.
Die Nachfragestruktur deutet eher auf eine Umstrukturierung als auf einen allgemeinen Rückgang hin. Fast drei Viertel der Verträge im ersten Quartal entfallen auf neue Nachfrage, was sich direkt auf die Auslastung auswirkt. Gleichzeitig entfallen über 50 % der Transaktionen auf Produktionsflächen – deutlich über dem historischen Durchschnitt.
Ein wesentlicher Teil der Aktivität wird durch Neuverhandlungen und Portfoliooptimierungen getragen, in einem Umfeld vorsichtiger Investitionen. Unsicherheiten im In- und Ausland beeinflussen weiterhin Unternehmensentscheidungen, von der Binnenkonjunktur bis zum geopolitischen Umfeld.
Trotz kurzfristiger Rückgänge bleiben die Fundamentaldaten solide: ein strukturelles Defizit an Logistikflächen im Vergleich zu Mittel- und Osteuropa, eine expandierende Infrastruktur – mit rund 900 km im Bau befindlicher Autobahnen – sowie anhaltendes Interesse von Entwicklern. Der aktuelle Bestand von über 8 Millionen m² könnte bis Ende 2027 auf über 9 Millionen m² steigen.



